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Dienste und Infrastrukturen für mobile Netze · Basistechnologien · Michael Dyrna
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In der Realitä t sind Ü bertragungs-, Erkennungs- und Interferenz-Bereich nicht kugelfö rmig, sondern
durch Berge, Tä ler, Bebauung, Wetter, Bä ume, usw. bizarr geformte Polygone. Folgende Effekte
tragen dazu bei:
Dämpfung: Selbst wenn zwischen Sender und Empfä nger keine Materie ist, verliert das Signal an
Leistung. Genauer gesagt nimmt die Leistung quadratisch zur Entfernung ab. Dies ist so zu erklä ren:
Eine (theoretisch punktfö rmige) Antenne strahlt ein Signal mit einer bestimmten Energie aus. Dieses
Signal breitet sich mit Lichtgeschwindigkeit gleichmä ß ig in alle Richtungen aus. Die Energie verliert
sich also gleichmä ßig auf der Oberfläche einer Kugel, deren Radius mit Lichtgeschwindigkeit wächst.
Aus der Geometrie ist bekannt, dass die Kugeloberflä che quadratisch mit dem Kugelradius zusam-
menhängt.
Zusä tzlich zu dieser Dä mpfung im Vakuum kommt in der Realitä t die teilweise Absorption der Ener-
gie des Signals durch die Luft, (Regen)wasser, usw.
Abschattung: Sehr groß e Objekte (Mauern, Fahrzeuge, Hä user, Bä ume) kö nnen ein
Signal soweit dä mpfen, dass es hinter dem Objekt praktisch nicht mehr empfangbar
ist. Je hö her die Frequenz des Signals ist, desto weniger kö nnen sie Objekte durch-
dringen.
Reflexion: Objekte kö nnen ein Signal auch reflektieren, das heiß t, das Signal wird
abgelenkt und besitzt auch nicht mehr dieselbe Stä rke, weil ein Teil der Energie da-
bei absorbiert wird.
Streuung: Ein Signal wird an einem Objekt in mehrere schwä chere Signal aufge-
spalten, die in unterschiedliche Richtungen weiterlaufen.
Beugung: Signale werden an Kanten von Hindernissen von der ursprü nglichen Aus-
breitungsrichtung abgelenkt. (Damit lassen sich beispielsweise Empfä nger
erreichen, die hinter einem Berg sind.)
Da diese fü nf Effekte alle gleichzeitig auftreten, ist es praktisch unmö glich, die Signalstä rke an einem
bestimmten Punkt zu berechnen, und man ist auf sehr präzise Geländemodelle angewiesen.
Die Effekte sind nicht nur negativ zu sehen. Gerade in Stä dten tragen zum Beispiel Reflexion und
Streuung wesentlich dazu bei, dass, obwohl aufgrund der Vielzahl von Gebä uden praktisch nie eine
Sichtverbindung zwischen Sender und Empfänger besteht, trotzdem eine Übertragung möglich ist.
1.2 Signale
Nachdem wir nun eine Vorstellung davon haben, wie sich Signale ausbreiten, wollen wir nun genauer
betrachten, was (drahtlos übertrage) Signale genau sind.
Signale sind allgemein definiert als die physikalische Repräsentation v on Daten. Daten sind etwas Ab-
straktes, und deren Ü bertragung zwischen zwei Kommunikationssysteme kann nur durch die Ü ber-
tragung von Signalen geschehen. Nach dem ISO/OSI-Referenzmodell obliegt diese Aufgabe der
Schicht 1: der Bitübertragungs -Schicht (physical layer).
Bei einer leitungsgebundenen Ü bertragung kö nnte zum Beispiel das Anlegen einer positiven
Spannung eine binäre 1 bedeuten und eine negative Spannung eine binäre 0.
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