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Dienste und Infrastrukturen für mobile Netze · Basistechnologien · Michael Dyrna
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c) Fahrzeuge
Die meisten Autos werden in naher Zukunft mehrere drahtlose Kommunikationssysteme und mobile
Anwendungen integrieren. Der digitale Rundfunk (Digital Audio Broadcast) sendet bereits heute Mu-
sik, Nachrichten, Verkehr und Wetter mit einer Bandbreite von 1,5 Mbit/s. Fü r Sprach- und Daten-
dienste wie Telefonie, Zugriff auf www und e-mails und Videokonferenz stehen GSM, GPRS oder
bald UMTS zur Verfü gung. Die genaue Position wird satellitengestü tzt durch Global Positioning
System (GPS) bestimmt und kann von einer Software genutzt werden, um dem Fahrer den Weg zu
seinem gewünschten Ziel aufzuzeigen. Zusätzlich könnten Autos, die sich in einer näheren Umgebung
befinden, ein lokales Ad-hoc-Netz zum Austausch von Daten in Notfall-Situationen oder zum
Einhalten eines Sicherheitsabstandes aufbauen. Im Fall eines Unfalls kö nnte automatisch ein Notruf
an Polizei und Rettungsleitzentrale abgesetzt werden.
Ä hnliche Einrichtungen sind fü r Flugzeuge und Zü ge wü nschenswert, allerdings versagen viele digi-
tale Datenübertragungs -Systeme bei hoher Geschwindigkeit.
d) ortsabhängige Dienste (location aware computing)
Bei einigen Anwendungs-Szenarien ist es sinnvoll, trotz der fü r mobile Systeme angestrebten Orts-
transparenz dem Nutzer Dienste anzubieten, die auf seinen aktuellen Aufenthaltsort abgestimmt sind.
Orts abhä ngige Dienste umfassen mehr als nur die Informationsdienste, die im Moment unter dem
Schlagwort location based services bei den Mobilfunk-Anbietern im Kommen sind.
Nachfolgedienste folgen Ihrem Benutzer an seinen aktuellen Aufenthaltsort nach. Typische Beispiele
sind Anruf-Weiterschaltung und e-mail-Weiterleitung. Nachfolgedienste basieren darauf, dass ein Be-
nutzer eine permanente logische Adresse (Telefonnummer oder e-mail-Adresse) hat, unter der er
immer erreichbar ist, und eine sich je nach Aufenthaltsort ä ndernde physische Adresse, an die die
Sitzungen (Telefonanrufe, e-mails) umgeleitet werden.
Unter ortsbewussten Dienste versteht man die Nutzung von Diensten, die selbst an ihren Ort ge-
bunden sind, wie zum Beispiel Drucker oder andere Peripheriegeräte. Das mobile Endgerät muss dazu
ü ber Informationen ü ber seine Umgebung verfü gen. Zu lö sende Probleme sind die Authentifizierung
gegenüber solchen Diensten und deren Abrechnung.
Ortsabhä ngige Informationsdienste sind nun das, was im Moment als einziges als location based ser-
vices beworben wird: Der Nutzer soll als Pull -Dienst Informationen über die nächstgelegene Tank -
stelle oder Bank, das nä chste WC oder Einkaufszentrum anfordern kö nnen. Bei Push-Diensten wer-
den ihm ortsabhä ngige Informationen ohne Aufforderung zugesandt: beispielsweise die Sonderan-
gebote eines Ladens, am dem man gerade vorbeigeht, oder das Tages-Veranstaltungs-Programm eines
Theaters oder Kinos, vor dem man steht.
In vielen Anwendungs-Szenarien sind mobile Netze heute nicht mehr wegzudenken. Die sich stä ndig
weiterentwickelnde Technik (insbes. was die erzielbare Datenrate durch drahtlose Kommunikation
betrifft) wird in Zukunft noch viele weitere mobile Anwendungen möglich machen.
2. Mobilität
Nachdem zur Motivation einige Szenarien aufgezeigt wurden, für die mobile Netze die Basis sind, ist
als nächstes der Begriff der Mobilität und die Auswirkungen der Mobilität auf Endgeräte zu klären.
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