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Dienste und Infrastrukturen für mobile Netze · Basistechnologien · Michael Dyrna
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Beim CSMA/CD-Verfahren hö rt ein potentieller Sender das Medium ab, um festzustellen, ob bereits
ein anderer Sender mit dem Senden begonnen hat. Ist das Medium frei, beginnt er mit dem Senden
und hö rt gleichzeitig weiterhin das Medium ab. Wenn das empfangene Signal vom gesendeten Signal
abweicht, heiß t das, dass ein anderer Sender gleichzeitig mit dem Senden begonnen hat. Stellt der
Sender so eine Kollision fest, hö rt er mit dem Senden des Nutzsignals auf, sendet ein starkes
Störsignal und versucht eine erneute Sendung nach einer zufällig gewählten Zufallszeit.
Warum versagt dieses Verfahren bei drahtloser Ü bertragung? Der Sender soll eine Kollision beim
Empfä nger feststellen, kann aber natü rlich nur eine Kollision bei sich selbst feststellen. In einem lei-
tungsgebundenen Netz macht das keinen Unterschied, denn das Signal ist auf der gesamten Kabel-
lä nge praktisch gleich. Bei drahtloser Ü bertragung nimmt die Signalstä rke aber mit der Entfernung
deutlich ab. Zwei problematische Szenarien können sich also ergeben:
Quelle: Jochen Schiller, Mobilkommunikation, 2000
a) versteckte Endgeräte
Wir nehmen an, es gebe drei Mobilstationen A, B und C. Der Sendebereich von A schließt B ein, aber
nicht C, der Sendebereich von B schließt sowohl A als auch C ein, der Sendebereich von C schließt B,
aber nicht A ein. A kann also nicht erkennen, wenn C sendet und umgekehrt.
A und C mö chten gleichzeitig an B senden. A hö rt das Medium ab, erkennt, dass es frei ist, und beginnt
mit dem Senden an B. C hö rt das Medium ab, erkennt fä lschlicherweise, dass es frei ist (denn es kann
nicht erkennen, dass A sendet), und beginnt ebenfalls mit dem Senden. Es kommt zu einer Kollision bei
B.
b) ausgelieferte Endgeräte
Wir nehmen dieselbe Anordnung wie in a) an. Diesmal sendet B zu A und C zu einer Mobilstation D,
die außerhalb der Reichweite von A und B liegt.
B hört das Medium ab, erkennt, dass es frei ist, und beginnt mit dem Senden an A. C hört das Me dium
ab, erkennt, dass es belegt ist, und wartet unnö tigerweise mit dem Senden an D, obwohl dies die
Übertragung von B nach A überhaupt nicht stören würde.
Das CSMA/CD-Verfahren ist also fü r drahtlose Netze unbrauchbar. Es gibt stattdessen eine kaum
ü berschaubare Vielzahl von Medien-Zugriffs-Verfahren, die auf den Multiplex-Verfahren aufsetzen
und die jeweils an die Bedürfnisse des Systems angepasst sind.
Allgemein sind dabei folgende Fragestellungen zu klären:
· Welcher Kanal wird wann welchem Endgerät zugeordnet? (Ein Mo biltelefon benötigt zum Bei spiel
nicht ständig einen Sprachkanal, sondern nur währen eines Telefongesprächs.)
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