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Dienste und Infrastrukturen für mobile Netze · Basistechnologien · Michael Dyrna
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Ein System, das seit vielen Jahrzehnten Frequenz-Multiplex
nutzt, ist der (analoge) Rundfunk. Die Koexistenz von
mehreren Radio-Sendern ist dadurch mö glich, dass die
Sender unterschiedliche Frequenzbänder nutzen.
Diese Art des Multiplex ist deshalb sehr einfach, weil
keinerlei komplexe Koordination zwischen Sendern und
Empfä ngern nö tig ist, sondern der Empfä nger muss lediglich
auf die Frequenz des Senders eingestellt sein.
In den meisten Fä llen reicht Frequenz-Multiplex alleine nicht aus, weil nicht so viele Frequenzbä nder
zur Verfü gung stehen wie Kanä le fü r ein System benö tigt werden. Deshalb wird Frequenz-Multiplex
häufig mit Zeit -Multiplex kombiniert. (So zum Beispiel bei GSM.)
4.3 Zeit-Multiplex
Beim Zeit-Multiplex dü rfen alle Kanä le das gesamte Frequenz-
band abwechselnd nacheinander exklusiv nutzen. Die Zeitachse
wird also in so viele sog. Time Slots unterteilt, wie Kanäle
entstehen sollen. Zwischen zwei Time Slots ist eine kurze
Pause nö tig, damit es nicht zu Interferenzen zwischen den
Kanä len kommt. Durch die Mehrwegeausbreitung mü ssen die
Zwischenpausen besonders lang festgelegt werden.
Zeit-Multiplex erfordert eine sehr prä zise Synchronisation der
Sender und Empfä nger. Das bedeutet, dass alle Endgerä te ü ber hö chst prä zise Systemuhren verfü gen
müssen und ein gemeinsamer Takt ver teilt werden muss.
Vorteilhaft ist das Zeit-Multiplex-Verfahren vor allem deshalb, weil die Lä nge der Time Slots an die
Anforderungen (notwendige Durchsatzrate) der Kanäle angepasst werden kann.
Typischerweise werden Frequenz- und Zeit-Multiplex zusammen eingesetzt. Jeder Kanal nutzt also
eine bestimmte Frequenz eine bestimmte regelmä ß ig wiederkehrende Zeitspanne exklusiv. Wenn der
Kanal nicht immer dieselbe Frequenz nutzt, sondern sog. frequency hopping durchführt, ist er we ni-
ger anfä llig gegen Stö rungen, weil eine Stö rung auf einer bestimmten Frequenz dann nur jeweils
einen Time Slot betrifft. Dieses frequency hopping bringt gleichzeitig einen primitiven Abhö rschutz,
weil die Frequenz-Folge nur den Endgeräten des Systems bekannt ist.
4.4 Code-Multiplex
Das Code-Multiplex-Verfahren ist das jü ngste Multiplex-Verfahren und wird im Mobilfunk zum ers-
ten Mal in UMTS eingesetzt. Es beruht auf mathematischen Überlegungen.
Bei Code-Multiplex wird jedes zu sendende Bit in einen Code mit mehreren Bit Lä nge umgewandelt.
Alle Sender senden den codierten Datenstrom zur selben Zeit und auf derselben Frequenz, wodurch
sich die Signale ü berlagern. Jeder Empfä nger kann aus dem ü berlagerten Gesamtsignal mit Kenntnis
des Codes den Nutzdatenstrom errechnen.
Um die Funktionsweise von Code-Multiplex intuitiv zu begreifen, wird in der Literatur hä ufig zum
Vergleich eine Party beschrieben, auf der jeweils zwei Personen dieselbe Sprache sprechen. Wä hrend
alle Personen gleichzeitig durcheinander reden, kann jeder Hö rer die Sprache, die er versteht, von den
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