Out of Time
von R.E.M.


 
Out of time - zeitlos
• • • • •   (bewertet mit 5 von 5 Punkten)

Das Vorgängeralbum des aus meiner Sicht perfekten Rockalbums "Automatic for the people" bedeutete für R.E.M. den Durchbruch in den Rock/Pop-Mainstream.
Eingängige Melodien ließen einige Songs zu Hit-Singles werden, während andere Album-Tracks individueller und experimenteller gestaltet sind und jeglichen negativen Äußerungen in Bezug auf die Massenkompatibilität von "Out of time" eine Absage erteilen.
Eine musikalische Vielschichtigkeit ist deutlich an den einzelnen Songs festzumachen:
Der Auftakt, "Radio Song", weiß trotz des Einsatzes von irgendso'nem Ganxta-Rapper auf ganzer Linie zu überzeugen. Man kann es nur mit einem Anglizismus ausdrücken: Der Song groovt einfach. Eine richtige Funky-Passage und ein R.E.M.-typischer, von einem wohlklingenden Gitarrenpicking dominierter Teil wechseln sich hier ab.
Über den Klassiker "Losing my religion" mit seinen prägnanten, mit der Mandoline vorgetragenen Akkordfolgen brauch man sicherlich nicht mehr viele Worte zu verlieren.
Song Nr.3,"Low", verknüpft dank seiner dezenten musikalischen Ausgestaltung eine leicht unheimliche Atmosphäre mit dahinschwelgender Melancholie.
Auf "Near wild heaven" zeigen R.E.M. ihre gewohnte Klasse als stilvolle Rocksongschreiber. Die glockenhelle Stimme des Bassisten Mike Mills wirft die Frage auf, warum er nicht öfter mal die Lead-Vocals übernimmt.
Wunderschön ist auch das Fast-Insrumental-Stück "Endgame", eine Verbindung eingängiger Gitarrenriffs mit einem Leitmotiv, das abwechselnd von Stipe geträllert und von einem wirklich zauberhaft klingendem Flügelhorn gespielt wird. R.E.M. beginnen hier damit, Streicher in ihre Musik einzubeziehen und das Stilmittel dichter Klangteppiche zu verwenden.
Nach diesem Stück leitet eine schon fast legendäre Walzer-Melodie den fetzigsten und wohl bekanntesten Song des Albums ein, "Shiny happy people", einfach eine Spitzen-Nummer.
Experimentell geht es bei "Belong" zu: In den Strophen spricht eine Art Nachrichtensprecher zum Zuhörer, während der Refrain ein kollektives Geheule der Bandmitglieder ist, was nicht zwingend als negativ aufgefasst werden sollte.
"Half a world away" klingt dagegen schon etwas mittelalterlich. Das Stück bildet meiner Meinung nach gemeinsam mit "Texarkana", einem von Mike Mills gesungenen Song, der bittersüße Emotionalität mit einem sehr rockigen Beat verbindet, den heimlichen Höhepunkt des Albums.
Mit "Country feedback" und "Me in honey" wird "Out of time" abgeschlossen, ein absolutes Rock-Prachtstück, das defintiv ein hervorragender Wegbereiter für "Automatic for the people" war.
Eine Rezension von Michael Schäfer "Kaká" Lünen, NRW
vom 2. November 2003
Kundenrezensionen:
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10. Nicht schlecht, aber es gibt besseres von R.E.M.
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